»Nichts als leere Phrasen«, sagte Jacobi. »Glaub an Gott, und alles wird gut. Aber davon kann ich weder meine Miete bezahlen, noch weiß ich, wie ich mein Kind richtig erziehen soll. Und trotzdem wollen sie mir sagen, was ich zu tun und zu lassen habe.«
Katharina hörte zu, hörte die Wut in seiner Stimme und fragte sich, ob das gehen konnte: den rechten Weg zu zeigen und doch alle Möglichkeiten offenzulassen. Weder war sie bibelfest noch religiös, aber sie hatte Glauben nie so verstanden, dass er vor allem Übel schützen sollte. Im Kern ging es um etwas anderes: Wer an Gott glaubte, an den glaubte auch Gott, gerade wenn es schlimm wurde. Ein faszinierender Gedanke, selbst wenn sie ihm nicht recht traute. Und es stimmte, dass ihn die Kirche den Menschen viel zu oft mit dem Schwert eingeprügelt hatte.
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